Medienmitteilung des Gewerkschaftsbunds Solothurn

Solothurn, 2. Juli 2026

Sparen beim Personal – kassieren in der Chefetage: Die Solothurner Spitäler AG verspielt Vertrauen

Die heute veröffentlichten Untersuchungen zeigen gravierende Mängel in der Führung der Solothurner Spitäler AG. Während den Mitarbeitenden über Jahre Sparprogramme und Angriffe auf bewährte Arbeitsbedingungen zugemutet wurden, galten in der Chefetage offensichtlich andere Massstäbe.

Führung versagt – Beschäftigte tragen die Folgen

Die heute bekannt gewordenen Verstösse gegen das Personalrecht sowie die unrechtmässigen Lohnzahlungen und fehlerhaften Funktionszulagen beschädigen die Glaubwürdigkeit der Solothurner Spitäler AG massiv. Wer ein öffentliches Spital führt, trägt Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden, den Patientinnen und Patienten sowie den Prämien- und Steuerzahlenden. Dieser Verantwortung sind der CEO und der Verwaltungsrat offensichtlich nicht gerecht geworden.

Besonders stossend ist die offensichtliche Doppelmoral. Während die SoH über Jahre die Personalkosten kritisierte, die Löhne des Pflegepersonals infrage stellte und die Auflösung des Gesamtarbeitsvertrags vorantrieb, zeigen die heutigen Erkenntnisse, dass ausgerechnet in der Chefetage Regeln missachtet wurden. Wer vom Personal Sparsamkeit verlangt, muss sich selbst an höchste Standards halten.

Nicht das Personal ist das Problem

Der Gewerkschaftsbund hält klar fest: Nicht die Mitarbeitenden haben diese Missstände verursacht. Pflegefachpersonen sowie die Mitarbeitenden in Therapie, Technik, Hotellerie, Reinigung und Administration sorgen täglich unter hoher Belastung dafür, dass die Gesundheitsversorgung im Kanton funktioniert. Sie verdienen Anerkennung, faire Arbeitsbedingungen und eine Führung, die ihre Verantwortung wahrnimmt.

Jetzt braucht es einen Richtungswechsel

Der Gewerkschaftsbund Kanton Solothurn fordert die Rückforderung unrechtmässig ausbezahlter Gelder. Vor allem braucht es aber eine Kehrtwende in der Personalpolitik der SoH. Jahrelang wurde beim Personal gespart und der Gesamtarbeitsvertrag infrage gestellt – nun ist es an der Zeit, wieder in gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und eine starke Sozialpartnerschaft zu investieren. Die Beschäftigten sind nicht der Kostenfaktor des Gesundheitswesens – sie sind dessen tragende Säule.

Zitat Pierric Gärtner, Co-Präsident Gewerkschaftsbund Kanton Solothurn

«Es ist nicht akzeptabel, wenn den Mitarbeitenden ständig Sparsamkeit gepredigt wird, während in der Chefetage Regeln missachtet werden. Gute Spitäler entstehen nicht durch Druck auf das Personal, sondern durch Respekt, faire Arbeitsbedingungen und eine glaubwürdige Führung.»

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Pierric Gärtner, Co-Präsident GbS, 079 247 32 42

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